In Freiburg wird gemeinsam Müll gesammelt, in Balje wird über das Wohnen der Zukunft gesprochen und in Wischhafen entstehen neue Ideen für Begegnung und Ehrenamt. Hinter vielen dieser Entwicklungen stehen Menschen, die sich als Dorfmoderatoren engagieren.
In der LEADER-Region Kehdingen Oste hat sich dieses Engagement in den vergangenen Monaten weiterentwickelt. Bereits zum zweiten Mal wurden neue Dorfmoderatoren qualifiziert. Damit wächst ein Netzwerk, das die Zukunft der Dörfer direkt vor Ort gestaltet.
Zwei Durchgänge, viele Ideen
Die zweite Qualifizierungsrunde fand an zwei Wochenenden im September und November statt. Insgesamt sieben Teilnehmende aus der Region Kehdingen Oste sowie weitere aus benachbarten Regionen wurden in Freiburg/Elbe und im Alten Land ausgebildet. Bereits zuvor hatte es einen ersten Durchgang gegeben. Damals trafen sich die Teilnehmer in Balje. Dort sind heute sieben aktive Dorfmoderatoren im Einsatz.
Mit den neuen Dorfmoderatoren aus Freiburg und Wischhafen wächst die Zahl der Engagierten in Kehdingen auf 11. Weitere Qualifizierte in der Region gibt es in Großenwörden, Oldendorf und Oberndorf.
Die Qualifizierung umfasst insgesamt 48 Unterrichtsstunden. Inhalte sind unter anderem die eigene Rolle im Dorf, Kommunikation auch in schwierigen Situationen, die Entwicklung von Projektideen sowie Fördermöglichkeiten und Umsetzungsschritte. Organisiert und begleitet wurde die Maßnahme von der Freiwilligenakademie Niedersachsen gemeinsam mit der LEADER-Region Kehdingen Oste. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln des Sparkassenverbandes Niedersachsen.
„Was macht unser Dorf besonders?”
Ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung ist die persönliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Ort. „Wir mussten unser Dorf vorstellen und hatten nur 30 Sekunden Zeit, um zu sagen, was es besonders macht”, berichtet Wiebke Witthohn. Auch Lara Schotten aus Wischhafen erinnert sich daran:
„Man überlegt plötzlich ganz bewusst, was den eigenen Ort eigentlich auszeichnet. Zum Glück hatte ich im Vorfeld die Wischhafen-Chroniken gelesen.”Lara Schotten
Die Rolle ist so vielfältig wie die Menschen selbst
Ein zentraler Punkt der Ausbildung ist die Frage, welche Rolle man als Dorfmoderator einnehmen möchte. May-Britt Müller, Regionalmanagerin der Region Kehdingen Oste, erklärt, dass diese Rolle ganz unterschiedlich ausgefüllt werden kann.
Lara Schotten sieht ihre Stärke vor allem in der Kommunikation und Vernetzung. Sie bringt Menschen und bestehende Strukturen zusammen. Burchard von der Decken aus Balje beschreibt sich als Ansprechpartner für Ideen und Probleme.
Projekte, die bereits Wirkung zeigen
Dass Dorfmoderation ganz konkret im Alltag ankommt, zeigen verschiedene Beispiele. In Freiburg wurde im April die Aktion „Freiburg räumt auf” umgesetzt. Anlass waren Rückmeldungen aus der Bevölkerung, dass der Ort stellenweise als ungepflegt wahrgenommen wird. Zudem wurde in Freiburg ein Informationsabend zur geplanten Einheitsgemeinde organisiert. Rund 80 Bürger nahmen teil und nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen und ihre Anliegen einzubringen.
In Balje stehen vor allem Fragen rund um das zukünftige Wohnen im Mittelpunkt. Wie kann ein Dorf so gestaltet werden, dass es für Jung und Alt lebenswert bleibt? Auch Themen wie Pflege und Unterstützung im Alter werden dort aktiv diskutiert.
Was ist Dorfmoderation?
Ein Instrument der ländlichen Entwicklung. Ziel: Bürger aktiv in die Gestaltung ihres Dorfes einzubeziehen. Geschulte Ehrenamtliche moderieren Gespräche, sammeln Ideen, vernetzen Menschen und unterstützen Projekte.
Kontakt: ✉ dorfmoderation@nordkehdingen.de