Im März zeigte sich Freiburg/Elbe von seiner besten Seite, als sich bei strahlendem Sonnenschein Vertreter der Gemeindeverwaltung, des Rates und der Dorfmoderatoren am Hafen trafen, um zwei besondere Gäste zu begrüßen: Karin Beckmann, Landesbeauftragte und Leiterin des Amtes für regionale Landesentwicklung Lüneburg, sowie Lienhard Varoga, Leiter der Geschäftsstelle in Bremerhaven.

Nach einer rund einstündigen Besichtigung durch den historischen Flecken wurde der Antrag zur Aufnahme in das Dorfentwicklungsprogramm feierlich vor dem historischen Kornspeicher übergeben. Darin spiegeln sich zahlreiche Wünsche und Ideen für die zukünftige Entwicklung Freiburgs wider.

Große Chancen, aber auch klare Herausforderungen

Denn so freundlich sich der Ort an diesem Tag präsentierte, die Herausforderungen sind bekannt: ein wenig attraktives Ortsbild, sinkende Einwohnerzahlen bei gleichzeitig steigender Überalterung, schließende Geschäfte, sanierungsbedürftige Gebäude, fehlende Treffpunkte und eine insgesamt geringe Aufenthaltsqualität, insbesondere am Hafen.

Ideen aus der Mitte des Ortes

Bereits im Vorfeld wurden im Rahmen eines Workshops mit Vereinsvertretern, KiTa-Mitarbeiterinnen, Lehrkräften der GOBS sowie Ratsmitgliedern zahlreiche Ideen gesammelt. Auch die Dorfmoderatoren haben mit ihrer Wunsch-Punsch-Aktion in der Vorweihnachtszeit wichtige Anregungen aus der Bevölkerung aufgenommen.

Hafen und Ortskern im Fokus

„Für uns als Gemeinde stehen zwei zentrale Baumaßnahmen im historischen Zentrum im Fokus”, erklärt Bauamtsleiter und Gemeindedirektor Ernst Hülsen. „Der unter Ensembleschutz stehende Hafen mit seinen Liegeplätzen für Segel- und Motorboote muss dringend saniert werden.”

Samtgemeindebürgermeisterin Erika Hatecke ergänzt: „Ein weiteres wichtiges Projekt ist der Kauf des ehemaligen Amtsrichterhauses. Dort sind derzeit die Bücherei, das Institut für angewandte Biologie und der NLWKN untergebracht. Perspektivisch soll die Bücherei erweitert werden, um Raum für Schulklassen, Kindergartengruppen und öffentliche Veranstaltungen zu schaffen.”

Ein positiver Blick von außen

„Ich habe den Eindruck, dass hier viele anpacken und gemeinsam Lösungen finden. Das ist eine große Stärke. Ich komme gerne wieder, am besten mit einer guten Nachricht.”Karin Beckmann, ARL Lüneburg

Ob Freiburg in das Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen wird, entscheidet sich voraussichtlich im Spätsommer. Im Falle einer Zusage würde im Herbst ein Planungsbüro beauftragt, das die Erstellung eines Dorfentwicklungsplans begleitet.